Davos – wegweisende Resultate für alpine Solaranlagen

EKZ betreibt seit 2017 eine Solar-Versuchsanlage auf der Totalp in Davos auf 2500 Meter über Meer. EKZ hat die ZHAW (Zürcher Hochschulen für angewandte Wissenschaften) mit den Auswertungen der Messdaten beauftragt. Die konsolidierten Resultate der Messperiode über die letzten fünf Jahre sind nun in einem Bericht publiziert.

«EKZ hat schon sehr früh das Potential von alpinen Solaranlagen erkannt. Die Testanlage in Davos zählte sogar zu den ersten alpinen Solaranlagen in der Schweiz», freut sich Raphael Knecht, Leiter Solar Business bei EKZ. Die Resultate aus Davos liefern inzwischen allen Investoren von künftigen alpinen Photovoltaikanlagen in der Schweiz wertvolle Hinweise auf den möglichen Stromertrag. EKZ nutzt aktuell die verschiedenen Erkenntnisse aus den Messungen für die geplanten alpinen Projekte Grengiols im Wallis oder die geplante Solaranlage Felsenstrom am Walensee. Die Testanlage Totalp hat übrigens ihren Ursprung im Steinbruch Schnür am Walensee. Dort wurden seinerzeit erste Messungen für das jetzt wieder reaktivierte Solarprojekt am Walensee von EKZ und SAK (St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG) vorgenommen. Danach wurde die Testanlage nach Davos verschoben.

Bis zu vier Mal mehr Strom

Erste Messungen in Davos zeigten bald: Gegenüber der Vergleichsanlage im Mittelland lieferten alle Segmente der Alpenstrom-Anlage eine deutlich höhere Energieerträge. Mit ein Grund sind auch die bifazialen Module mit einem Anstellwinkel von 60 bis 90°. Damit werden zeitweise bis zu 60 Prozent Mehrerträge durch die Reflexion von Schnee erzielt. Der Verlust durch Schneebedeckung der Solarmodule wird bei diesem Anstellwinkel auf ein bis zwei Prozent vom Jahresertrag minimiert, da der Schnee ungehindert abrutschen kann. Gegenüber einer Solaranlage im Mittelland konnten bei dieser Versuchsanlage bis zu doppelt so hohe Jahreserträge mit rund 50 Prozent Winterstromanteil gemessen werden. Damit konnte auf der Testanlage im Winterhalbjahr bis zu vier Mal mehr Stromproduktion pro Modulfläche nachgewiesen werden.

Im Unterschied zur Versuchsanlage Totalp werden bei Grossanlagen die Module typischerweise in hintereinander liegenden Reihen angeordnet. Der Einfluss verschiedener Anlagenkonfigurationen auf den Stromertrag wird derzeit an einer zusätzlichen Pilotanlage auf der Totalp gemessen. Ergebnisse werden im Frühling/Sommer 2024 erwartet.

Raphael Knecht betont: «Alpine Solaranlagen tragen wesentlich dazu bei, dass der Strom auch im Winter fliesst sowie für Wärme und Mobilität sorgt.» Bis zu 50 Prozent ihrer Energie produzieren sie in der kalten Jahreszeit. EKZ wird die Testanlage in Davos noch vier Jahre weiterbetreiben und weitere wertvolle Ergebnisse sammeln.

Webseite: Alpine Photovoltaik Versuchsanlage Davos Totalp : Erkenntnisse aus 5 Jahren Betrieb | ZHAW digitalcollection