Die „dunkle“ Jahreszeit

>>>Die „dunkle“ Jahreszeit

Die „dunkle“ Jahreszeit

Ein schwarzgekleideter Mann mit Skimaske, das Einbruchswerkzeug in der Hand und einem grossen Sack auf dem Rücken – so stellt man sich einen Ein-brecher vor. Doch dieses durch Film- und Fernsehen geprägte Bild ist meist falsch. Männlich, weiblich, Jung und Alt. Meist unauffällig gekleidet verwenden sie einfaches Werkzeug, das sich spielend in der Jackentasche transportieren lässt. Wir haben Winterzeit und damit rücken die Dämmerungseinbrüche wie-der in den Fokus.

Im Jahr 2017 wurden in der Schweiz 4,9 Einbrüche pro 1000 Einwohner gezählt, das ent-spricht 113 Delikten pro Tag. 2012 lag diese Zahl bei 202. Obwohl die Zahl rückläufig ist, ist jeder Einbruch einer zu viel. Nebst dem materiellen Schaden bleibt bei den Betroffenen oft ein schlechtes Gefühl zurück und es dauert lange, bis man sich zuhause wieder wohl fühlt.

Wie ticken Langfinger?

Einbrecher gehen immer den Weg des geringsten Widerstandes. Sie möchten unbemerkt und möglichst schnell zur Tat schreiten. Einbrecher scheuen das Risiko. Die Faktoren Lärm und Zeit sind entscheidend, ob es zu einem Einbruch kommt oder nicht. Einbrecher verhal-ten sich unauffällig und kommen dann, wenn die Bewohner nicht daheim sind. Wohnungen und Häuser sind deshalb besonders tagsüber gefährdet, wenn Herr und Frau Schweizer ar-beiten und unterwegs sind. Anders sieht es bei Büros, Ladenlokalen und Lagerhallen aus. Diese werden vermehrt nachts von Dieben heimgesucht. Bei Geschäftsräumen ist dann auch der Unterschied zwischen Sommer und Winter nicht so stark wie bei den Wohnräumen. Die polizeiliche Kriminalstatistik Schweiz zeigt eindeutig eine Zunahme der Delikte in Wohn-quartieren nach Umstellung auf die Winterzeit.

Ist Prävention wirklich sinnvoll?

Ja unbedingt! Das Risiko eines Einbruchs lässt sich zwar leider nie ganz beseitigen, gewisse Verhaltensweisen und Massnahmen können das Risiko aber beträchtlich senken. Nebst den Patrouillenfahrten, die die Polizei in gefährdeten Gebieten regelmässig vornimmt, ist ein ge-wisser Selbstschutz für Haus- und Wohnungseigentümer – aber auch für Mieter – unum-gänglich. Die Prävention fängt beim eigenen Verhalten an. Schliessen sie Türen auch bei kurzen Abwesenheiten immer ab. Dasselbe gilt für Fenster sowie Balkon- und Terrassentü-ren. Gekippte oder angelehnte Fenster können kinderleicht geöffnet werden. Auch Garagen, Keller und andere Nebenräume dürfen dabei nicht vergessen werden. Für potenzielle Ein-brecher sollte eine Abwesenheit nicht leicht zu erkennen sein. Vorhänge und Fensterläden verhindern das Hineinschauen in die Wohnung und das Beobachten des Tagesrhythmus sowie der Lebensgewohnheiten. Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler der Prävention ist die Be-leuchtung der Liegenschaft. Ein Timer, der in unregelmässigen Abständen das Licht ein-schaltet oder ein TV-Simulator lassen das Zuhause bewohnt wirken. Alarmanlagen haben eine abschreckende Wirkung, im Fall der Fälle melden sie aber nur, dass bereits jemand eingedrungen ist. Nicht zu unterschätzen ist zudem eine gute Nachbarschaft. Sie stellt eine weitere effektive Hürde gegen Einbrüche dar. Informieren Sie daher Ihre Nachbarn über ihre Abwesenheit und halten Sie sich gegenseitig über merkwürdige Beobachtungen auf dem Laufenden.

Zusammengefasst

Meist genügen bereits einfache Vorkehrungen und Verhaltensweisen, um Diebe abzuhalten.

  •  Alle Türen und Fenster – auch Oberlichter – abschliessen
  • Das Zuhause bewohnt wirken lassen (z.B. durch TV-Simulator)
  • Nachbarn über die Abwesenheit informieren
  • Keine Mitteilung auf dem Anrufbeantworter oder in Social Media (z.B. Facebook) hin-terlassen
  • Briefkasten regelmässig leeren oder Post zurückbehalten/umleiten lassen
  • Keine Reserveschlüssel unter Türvorlegern, im Blumentopf oder an einer sonst ein-fach zugänglichen Stelle hinterlegen
  • Bei verdächtigen Vorkommnissen sofort die Polizei verständigen

Nützliches zum Thema:
Link zur Schweizerischen Kriminalprävention https:https://www.skppsc.ch/de/themen/einbruch/mit wichtigen Tipps und einer Informationsbroschüre zum Downloaden.
MLaw Stéphanie Bartholdi
Juristin beim Hauseigentümerverband Schweiz
www.hev-schweiz.ch

Bildquelle: BILD MEDIATOP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2018-11-02T10:00:39+00:00 Kategorien: Baunews|Tags: , |