Die Schweiz will nach innen wachsen. Doch zwischen diesem politischen Ziel und einem realisierten Bauprojekt liegen oft komplexe Verfahren, unterschiedliche Interessen und zahlreiche Vorgaben. Bauenschweiz stellte deshalb am diesjährigen Sessionsanlass die Umsetzung der Innenentwicklung ins Zentrum. Zu Gast waren Bundesrat Albert Rösti und der Freiburger Staatsrat Jean-François Steiert. Für die Bauwirtschaft ist entscheidend, dass aus politischen Zielen konkrete und bewilligungsfähige Projekte werden.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verdichtung umsetzen: Bauenschweiz fordert verlässliche Rahmenbedingungen und effizientere Verfahren, damit Innenentwicklung auch tatsächlich gebaut werden kann.
  • Verfahren vereinfachen: Klarere Abläufe, konsequente Digitalisierung und eine frühzeitige Zusammenarbeit sollen Planungs- und Bewilligungsverfahren beschleunigen.
  • Bund in der Pflicht: Bauenschweiz begrüsst die laufenden Arbeiten des UVEK zur Innenentwicklung und fordert eine mutige Vorlage, die auch in den Kantonen Signalwirkung entfaltet.
  • Plenarversammlung: Bauenschweiz setzte politische Schwerpunkte und verabschiedete drei langjährige Vorstandsmitglieder; Anfang 2027 kommt es zu mehreren Wechseln im Vorstand.

 

Ob Aufstockung, Umnutzung oder Arealentwicklung: Die Bauwirtschaft erlebt unmittelbar, wo Verdichtung funktioniert und wo Projekte ins Stocken geraten. Dabei geht es nicht nur um zusätzlichen Wohnraum. Auch Unternehmen müssen ihre Standorte weiterentwickeln, Produktionsanlagen erneuern und in bestehende Strukturen investieren können. Diese Umsetzungsperspektive stand im Zentrum des jährlichen Sessionsanlasses von Bauenschweiz. «Wir müssen nicht mehr darüber diskutieren, ob wir verdichten. Entscheidend ist, wie wir die Verdichtung tatsächlich ermöglichen», sagt Hans Wicki, Präsident von Bauenschweiz. «Politische Ziele müssen am Ende in konkrete und bewilligungsfähige Projekte übersetzt werden können. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, effiziente Verfahren und eine sorgfältige Interessenabwägung.»

 

Der Handlungsbedarf ist auch auf Bundesebene erkannt: Der Bundesrat hat im April verschiedene Massnahmen basierend auf einem Postulatsbericht im UVEK in Auftrag gegeben. Unter anderem soll die Innenentwicklung gesetzlich als nationales Interesse verankert werden. Bis Ende 2026 soll eine Vernehmlassungsvorlage vorliegen. Bauenschweiz begrüsst diese Arbeit und fordert mutige Schritte für eine Signalwirkung an die Kantone. Weiter setzt sich der Dachverband insbesondere für klarere und stärker digitalisierte Bewilligungsverfahren sowie eine frühzeitige Zusammenarbeit der Beteiligten ein. Gemeinsam mit den Mitgliedverbänden wurde eine entsprechende Massnahmen- und Vorstossliste für die Arbeit in den Kantonen aufgesetzt.

 

Kennzahlen der Schweizer Bauwirtschaft

Die aktualisierten Kennzahlen zur Schweizer Bauwirtschaft stehen unter www.bauenschweiz.ch/zahlen zur Verfügung und bieten einen Überblick über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche.

FWS