Zürich

Kraftwerk Dietikon erneuert und fischgängig gemacht

EKZ hat den Umbau des Hauptkraftwerks und Neubau des Dotierkraftwerks abgeschlossen. In die Erneuerung des Laufwasserkraftwerks investierte EKZ 39 Millionen Franken. Künftig produziert das Kraftwerk rund 18 Prozent mehr Strom. Gleichzeitig hat EKZ sehr viele Massnahmen für den Fischschutz ergriffen.

Kraftwerke zu passieren, sind für Fische eine grosse Herausforderung, die im schlimmsten Fall mit dem Leben bezahlt wird. «Bei der Erneuerung des Kraftwerkes Dietikon stand deshalb die Ökologie im Zentrum», betont Alfredo Scherngell, Leiter Wasserkraft EKZ. Zwei Wanderhilfen erleichtern den Fischen neu den Aufstieg. Schliesslich gilt es eine Höhe von gut viereinhalb Metern zu überwinden. Die Fischtreppe, welche einem Labyrinth gleicht, ermöglicht den Fischen auch ein Ausruhen auf der 107 Meter langen Strecke. Beide Fischaufstiege verfügen über ein Fischzählbecken um deren Funktionsfähigkeit kontrollieren zu können. Über eine spezielle Schützenstellung werden die wandernden Fische dort eingefangen. Während eines Jahres wird mindestens einmal am Tag das Wasser abgelassen und jeder Fisch von Hand vermessen, die Art bestimmt und auf Verletzungen untersucht. Die Fische werden anschliessend über eine Rutsche wieder in den Oberwasserkanal eingesetzt.

Grösster Horizontalrechen im deutschsprachigen Raum
Auch für den Fischabstieg ist gesorgt. Der dafür eingebaute Horizontalrechen zählt zu den grössten bis jetzt im deutschsprachigen Raum. Das Besondere daran ist, dass der Stababstand nur 20 mm misst und dies bei einer Fläche von über 200 m². Durch die Schrägstellung wird die Anströmgeschwindigkeit auf den Rechen reduziert. Gleichzeitig wird eine Leitwirkung für die Fische in Richtung Bypass erzeugt. Fische, welche trotz allen neuen Fischschutzmassnahmen das Kraftwerk durch die Turbinen passieren, schaffen es dank der neuen fischfreundlichen Kaplanturbinen mit lediglich drei Laufschaufeln in der Regel ohne Verletzungen.

Die Wiederherstellung der Fischgängigkeit war ein zentraler Bestandteil der Konzessionserneuerung. Die Massnahmen zur Wiedererstellung der freien Fischwanderung nach Gewässerschutzgesetz werden deshalb auch durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) finanziert. Dazu Alfredo Scherngell: «Nicht nur Fauna und Flora profitieren von der Renaturierung. Insgesamt produziert das Kraftwerk Dietikon nach dem Umbau erneuerbare Energie für rund 4 500 Vierpersonen-Haushalte.»

Mehr Infos rund um die Erneuerung des Kraftwerks Dietikon finden Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

Javier

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