Studie: Welcher Bodenbelag überzeugt mit einem geringen CO2-Fußabdruck?
(djd). Welcher Bodenbelag soll die heimische Terrasse schmücken? Dies ist nicht allein eine Frage des persönlichen Geschmacks und des Budgets. Für viele Hauseigentümer sind ökologische Aspekte und die Umweltverträglichkeit ebenso wichtig. Wie energieintensiv ist beispielsweise die Herstellung, welche Wege legt das Material bis zum heimischen Garten zurück und kann es später in einem geschlossenen Kreislauf erneut verwendet werden? Eine umfassende Lebenszyklus-Analyse geht diesen und weiteren Fragen auf den Grund.
Den gesamten Lebenszyklus im Blick
Wie sieht der ökologische Fußabdruck verschiedener beliebter Bodenbeläge für die Terrasse aus? Um diese Frage wissenschaftlich fundiert zu beantworten, hat die LifeCycle Competence GmbH im Auftrag des Betonverbandes Straße, Landschaft, Garten e. V. (SLG) eine detaillierte Ökobilanzstudie durchgeführt. Als Referenz diente eine übliche Standardterrasse von 17,5 Quadratmetern, verglichen wurden Betonwerkstein, Naturstein, keramische Fliesen, klassische Holzdielen, Wood-Plastic-Composites (WPC) sowie Thermowood. Dabei folgten die Experten einem ganzheitlichen Ansatz: Sie betrachteten den gesamten Lebenszyklus der Materialien, vom Abbau der Rohstoffe über den Transport bis zu den Möglichkeiten der Wiederverwertung nach Jahrzehnten der Nutzung. Laut Studie schneiden dabei Betonwerksteinplatten in der ungebundenen Bauweise vergleichsweise günstig ab. Ein Hauptgrund ist nach Angaben der Studie die gute Recyclingfähigkeit des Materials. Betonstein lässt sich demnach zu fast 100 Prozent wiederverwerten oder erneut verlegen. Dadurch relativieren sich die bei der Zementherstellung entstehenden CO2-Emissionen über die lange Nutzungsdauer hinweg deutlich.
Regionalität als wichtiger Klimafaktor
Ein oft unterschätzter Faktor in der Ökobilanz sind die Transportwege. Auch hier zeigt die Studie Unterschiede zwischen den Materialien. Während Natursteinplatten nicht selten einen weiten Weg aus Übersee, etwa aus China, per Schiff und Lkw zurücklegen, wird Betonwerkstein meist regional produziert. Im Schnitt liegen zwischen Werk und Baustelle laut Untersuchung 100 Kilometer. Die vollständige Studie „Vergleichende Ökobilanz – Bericht/Terrassenaufbauten mit unterschiedlichen Deckschichten“ ist unter www.betonstein.org abrufbar. Neben den ökologischen Aspekten hat sich auch die gestalterische Bandbreite von Betonwerkstein stark weiterentwickelt. Dank neuer Fertigungsverfahren stehen vielfältige Designs, Farben und Oberflächenstrukturen zur Verfügung, die sich beispielsweise an Naturstein oder Holz anlehnen können – und je nach Ausführung unterschiedliche Anforderungen an Pflege und Nutzung erfüllen.
Foto: djd/betonstein.org
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