Renovation Mietwohnung: «Habe ich Malerarbeiten zugut?»

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Renovation Mietwohnung: «Habe ich Malerarbeiten zugut?»

 

 

Im Wohnalltag gehören Mängel und Fragen rund um «Renovation Mietwohnung» zum Dauerbrenner. Doch rechtlich muss der Vermieter nur tatsächliche, technische Mängel beheben; ein Recht auf Renovation und Verbesserung gibt es aber nicht. Alles andere ist ein populärer Irrtum.

Beim Stichwort «Renovation Mietwohnung» können Mieterinnen und Mieter oft gar nicht mit aufzählen aufhören – was doch alles zu echter Verschönerung beitragen könnte! Vor allem für Altbauwohnungen sind die Wunschlisten lang: etwa frische Farbe, d.h. ein Neuanstrich im Korridor, Wohn- und im Kinderzimmer, neue Böden oder sogar einmal eine Küchen- und Badzimmerrenovation. Mieterin Sophia S. in B. fragt zum Beispiel: «Ich liess den Verwalter kommen und bat darum, die Zimmer neu zu streichen. Das letzte Mal, als ein Maler die Wohnung neu gestrichen hat, war 1998.» Ein anderer Mieter wird ebenso bei der Verwaltung vorstellig und äussert sich ungeduldig: «In Küche und Bad ist seit 30 Jahren nichts renoviert worden – habe ich als Mieter eigentlich auch Rechte?» In beiden Fällen wären die Mieter auch gerne bereit, etwas mehr zu zahlen – Hauptsache, es kommt endlich jemand, der die Bauteile mit frischer Farbe aufpeppt und moderne Küchengeräte einbaut.

Renovation Mietwohnung: Was gilt?

Doch mietrechtlich ist der Sachverhalt komplexer, als viele glauben. Ruedi Spöndlin, Jurist beim Schweizerischen Mieterverband (MV), sagt dazu: «Ein Anrecht auf Renovation gibt es nicht. Die Mieterschaft übernimmt die Wohnung wie gesehen.» Wenn die Wohnung zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht mit einem Glaskeramikherd ausgestattet war, kann man dies nicht im Nachhinein als Mangel reklamieren. Und in manchen älteren Wohnhäusern gehört eine Geschirrspülmaschine noch heute nicht zum Komfort, der sich zwingend einfordern lässt. Thomas Oberle, Jurist beim Hauseigentümerverband Schweiz (HEV), sagt ebenfalls: «Die Wohnung muss in erster Linie gebrauchstauglich sein.»

Ein schon älterer Kochherd mit konventionellen Elektroherdplatten müsse nicht mit moderner Glaskeramik ersetzt werden. «Zumindest solange nicht, als die Herdplatten noch funktionieren», so Jurist Thomas Oberle. Auch ein alter Teppich muss nicht einem neuen Platz machen – wenn sein schlechter Zustand nicht gerade eine Unfallgefahr darstellt. Dasselbe mit den Wandanstrichen: Sofern die Malerarbeiten im Rahmen des normalen Gebrauchs abgenutzt sind, muss nicht zwingend der Maler kommen. Es sei denn, es liege wirklich ein Mangel vor. Dies ist dann der Fall, wenn die Anstrich infolge starken Rauchens in der Wohnung in schlechtem Zustand ist. Oder wenn eine alte Tapete abblättert.

Und wenn der Anstrich 20-jährig ist?

Einfordern kann die Mieterschaft aber nur das, was im technisch-rechtlichen Sinne wirklich als Mangel zu taxieren ist. Oder anders gesagt: Selbst nach 20 oder 30 Jahren haben Mieterinnen und Mieter nicht unbedingt einen Anspruch auf einen neuen Farbanstrich, wenn der bisherige Wandbelag noch in akzeptablem Zustand ist.

Doch wann ist eine Wohnung noch «gebrauchstauglich» und wann nicht? Das muss immer im konkreten Einzelfall ausgelegt werden. Ein durchschnittlicher Mieter wird wohl voraussetzen, dass die Wohnung im Winter warm geheizt ist, eine Kochgelegenheit bietet, über Strom-, Wasser- und Internet- / Telefonanschluss etc. verfügt. Aber weitere Eigenschaften, wie sie zum Beispiel in Neubauwohnungen zum Standard zählen, können nicht zwingend vorausgesetzt werden. In Altbauten kann ein Mieter auch nicht davon ausgehen, dass das Gebäude hohen Ansprüchen beim Schallschutz genügt. Bei Renovationen und Neubauten sind hingegen gewisse Standards und Baunormen einzuhalten; etwa die Mindestanforderungen des SIA beim Schallschutz oder die Richtlinien der Lärmschutzverordnung.

Ein populärer Irrtum

Soweit die Rechtslage zum Thema „Renovation Mietwohnung“. Dennoch hält sich in der Praxis der populäre Irrtum, dass zum Beispiel der Mieter heute bereits nach acht Jahren einen neuen Anstrich der Wände verlangen kann. «Gerade bei Wand- und Bodenbelägen oder Malerarbeiten kommt es öfters zu solchen Fehlinterpretationen des Gesetzes», betont Jurist Thomas Oberle. Auch im Fall von Parkett oder von Teppichen erwartet heute die Mieterschaft in kürzeren Zeitabständen eine Erneuerung bzw. Ersatz von älteren Teppichen. Doch aus der Tatsache, dass eine Oberflächenbehandlung von Parkett oder bestimmte Sorten von Furnierparkett eine Lebensdauer von zehn Jahren aufweisen, kann nicht alle 10 Jahre ein Anspruch auf Erneuerung des Parketts abgeleitet werden (d.h. abschleifen und neu versiegeln).

Weitere Informationen: blog.homegate.ch

 

2018-12-04T16:41:21+00:00 Kategorien: Renovation|Tags: , , |