Wohnungssuche Senioren

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Wohnungssuche Senioren

Wie sieht heute die Wohnungssuche für Senioren aus? Ältere Menschen sind mit den neusten, digitalen Methoden weniger vertraut als die jüngere Generation. Wenn sie freiwillig oder unfreiwillig ein neues Zuhause suchen, ist meist auch das Budget begrenzt. Doch es gibt Lösungen: In Zürich helfen pensionierte Immobilien-Profis.

Die Problematik «Wohnungssuche Senioren» ist in der Öffentlichkeit bisher erst am Rand behandelt worden. Doch fast täglich gibt es neue Fallbeispiele. Erzählen wir kurz die Geschichte der 72-jährigen Samira D.: 1975 zogen sie und ihr Mann in ein hübsches, stilvolles Mehrfamilienhaus im Seefeld in Zürich. Doch der Altbau wird abgebrochen. Aufgrund mehrerer Härtefälle im Haus gewährte die Eigentümerin – eine grosse Versicherungsgesellschaft – noch ein Jahr Mieterstreckung. Doch schon bald müssen alle Wohnungen leer sein.

Wohnungssuche Senioren: «einfach aussortiert?»
Walter Angst vom Mieterverband Zürich sagt dazu: «Wenn der Stapel an Bewerbungen gross genug ist, werden die älteren Bewerberinnen und Bewerber ganz einfach aussortiert.» Über die Gründe lässt sich nur spekulieren: Zum einen gibt es die Tendenz der Branche, eher grössere, topmoderne und teure Wohnungen zu bauen. Wer wie Samira D. über 40 Jahre lang in einer günstigen Altbauwohnung zur Miete lebte, kann nicht plötzlich 2’000 oder 3’000 Franken für eine Neubauwohnung aufbringen. Sicher gibt es auch vermögende Rentner. In vielen Haushalten von Pensionierten muss man aber mit AHV und Ergänzungsleistungen auskommen.

Wohnungssuche Senioren: SVIT Senior
Die Branchenorganisation SVIT Zürich hat sich schon vor einigen Jahren des Themas «Wohnungssuche Senioren» angenommen. «Wir führen unter anderem Informationsveranstaltungen für Pensionierte durch», erläutert Dieter Beeler vom SVIT Zürich. Hinzu kommen persönliche Beratungen in Härtefällen. Jedenfalls hat die Gruppe «Svit Senior» schon in mehreren Fällen älteren Mietern zu einer neuen Wohnung verholfen.

Die Dienstleistung wird notabene von pensionierten Berufsleuten aus der Branche erbracht. Wer aus seiner Berufstätigkeit gute Kontakte und Knowhow einbringt, wird auch in schwierigen Fällen wesentlich zu einer Lösung beitragen können. Den Experten ist es aktuell auch ein Anliegen, die Sensibilität für «Wohnungssuche Senioren» zu verbessern.

Der Branchenvertreter Dieter Beeler hält Vorurteile, wie sie sich bei manchen Verwaltungen und Vermietern immer noch halten, schlicht für unbegründet: «Die meisten Menschen der älteren Generation sind sehr angenehme Mieter. Sie halten sich an die Regeln des Zusammenlebens und haben eine gute Zahlungsmoral.»

Wohnungssuche Senioren: Tipps, die Gold wert sind

Wohnbedürfnisse festlegen: Klären Sie im Voraus, was genau Sie suchen (Grösse, Standort, maximale Miete, Umfeld, Ausstattung, hindernisfreies Wohnen etc.).

Referenzen: Ist eine für Sie passende Wohnung ausgeschrieben, sollten Sie alle Unterlagen schon parat haben! Dazu zählen Referenzen (vor allem des jetzigen Vermieters), Nachweis und Unterlagen zu Ihrem Einkommen, Auszug Betreibungsregister.

Unterstützung: Sind Sie mit Online-Portalen auf dem Internet nicht so vertraut wie Ihre Kinder oder Enkel? Holen Sie sich Unterstützung! Sicher können Ihnen Ihre Kinder oder andere nahe Vertrauenspersonen Tipps geben, etwa zur Einrichtung von Suchabos etc.

Besichtigung: Auch wenn Wohnungen oft nur noch digital ausgeschrieben werden, findet fast immer eine Besichtigung statt. Versuchen Sie, mit dem Verwalter ins Gespräch zu kommen. Sammeln Sie Informationen, sei es aufgrund der Vermietungsunterlagen, über die anderen Mieter im Haus, über die Hausverwaltung. Überlegen Sie sich, was für ein Mietertyp gesucht sein könnte. Je besser Sie sich in diese Ausgangslage hineindenken, umso besser können Sie sich selbst «verkaufen».

Bewerbung: Heute sind die Chancen nicht mehr allzu gross, über eine «blinde» Bewerbung zu einer guten Wohnung zu bekommen. Bewerben Sie sich daher ganz explizit auf eine tatsächlich ausgeschriebene Wohnung und gehen Sie sehr konkret auf dieses Angebot ein. Beachten Sie unbedingt auch das in den Unterlagen oder bei der Online-Ausschreibung vorgegebene Prozedere.

Netzwerk: Manchmal werden Wohnungen auch unter der Hand vergeben, oder es sind Mieter, die eine Wohnung kurzfristig ausschreiben («Ersatz-Mieter gesucht»). Wenn Sie sich laufend im Bekanntenkreis umhören, verbessern sich Ihre Chancen. Kontaktieren Sie auch Beratungsstellen Ihrer Gemeinde, fragen Sie bei Genossenschaften und Stiftungen.

Beratungsstellen: Fast in allen Städten, Quartieren und Dörfern finden sich Anlaufstellen und Informationsmöglichkeit – für fast alle Anliegen rund um das Stichwort «Wohnungssuche Senioren“. Nur heissen diese Stellen überall etwas anders. Teils sind es Regionalstellen von Pro Senectute (Wohnberatung ist ein wichtiger Teil), Nachbarschaftshilfen, Informationsstellen für Altersfragen etc.

Links zum Thema Wohnungssuche Senioren:
Hilfe und Kurse für Senioren (beim Branchenverband): SVIT Zürich: www.svit-senior.ch
Beispiel kommunale Nachbarschaftshilfe: www.alter-kuessnacht.ch

Webseite: blog.homegate.ch

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