Von Waschverboten bis zu lauten Beats

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Von Waschverboten bis zu lauten Beats

Von Waschverboten bis zu lauten Beats im Haus

Die Grillfreunde wollen an einem schönen Abend ausgelassen Party feiern und auf dem Balkon Würste braten. Den anderen im Haus steht der Sinne aber nach relaxen und Feierabend geniessen. Manche Mieter sehen den Garten als Ort der Ruhe, die anderen wollen auf dem Rasen spielen und sich austoben! – Wohl fast überall, wo Menschen unter einem Dach zusammenleben, gibt es Konflikte.
«Muss ich laute Beats hinnehmen?»
Bei den grossen Verwaltungen gehen jährlich Tausende von Reklamationen ein: «Muss ich die lauten Beats und die nächtliche Party der Nachbarn hinnehmen?» fragt zum Beispiel Walter M. (alle Namen geändert). Aus dem Leben gegriffen ist auch das Anliegen von Mieterin Ulrike F.: «Nach unserer Hausordnung darf am Sonntag nicht gewaschen werden. Muss ich mich daran halten? Ich bin berufstätig und habe unter der Woche oft keine Zeit!»

Hausordnung: Tipps für die Praxis

Im Folgenden einige «Dauerbrenner» rund um das Thema Wohnalltag und Hausordnung:

Lärm und Rücksichtnahme: Zunächst sind die örtlichen Polizeiverordnungen zu beachten; diese sind je nach Region und Stadt etwas unterschiedlich. Allgemein gilt aber: Nachtruhe ab 22 Uhr, meist auch über Mittag. Das Gesetz verlangt im Übrigen eine gewisse Mass an Rücksichtnahme im Zusammenleben. Was das konkret heisst, ist von Fall zu Fall auszulegen. Nächtliches Duschen dürfte kaum verboten sein. Hingegen soll man nicht mitten in der Nacht einen veritablen Streit in der Wohnung austragen, der den Mitbewohnern den Schlaf raubt. Nach 22 Uhr sollte der «Wohn- oder sonstige Lärm» nicht lauter als Zimmerlautstärke sein.

Haustiere: Bei der Haustierhaltung ist die Schweizer Rechtsprechung ausgesprochen streng. Wenn der Mietvertrag die Anschaffung von Haustieren von der Zustimmung der Verwaltung abhängig macht, kann sie diese nach Belieben verweigern. Eine weitere Begründung braucht es dann nicht. «Ein generelles Tierhalteverbot im Mietvertrag ist zulässig», sagt Ruedi Spöndlin vom Mieterverband. Unproblematische Kleintiere dürfen aber nicht verboten werden. Jeder Mieter und jede Mieterin darf also ein Aquarium mit Zierfischen, Kanarienvögel, Hamster oder Meerschweinchen in der Wohnung haben.

Musizieren: Ähnlich wie bei den Haustieren kommt es auf das Störungspotenzial und die Lautstärke an. Wer seiner Lust am Trompetenspiel oder an einem Schlagzeug frönen will, muss mit Verboten rechnen – dies tolerieren meist weder die Nachbarn noch die Verwaltungen. Hausmusik kann aber nicht generell verboten werden (Klavier, Flöte, Gitarre, Geige etc.). Je nach Hausordnung und Umständen sind bestimmte Zeiten einzuhalten, zum Beispiel nicht mehr als zwei bis drei Stunden pro Tag.

Balkone: Manche Verwaltungen schreiben ein einheitliches Erscheinungsbild vor oder verbieten bestimmte Varianten von Sichtschutz (Tücher, Schilfmatten etc.). Was die Balkoneinrichtung und -möblierung betrifft, ist aber auf Verhältnismässigkeit und sachliche Begründung zu achten (zum Beispiel Architektur, Denkmalschutz, besonderes Erscheinungsbild der Fassade etc.).

Grillieren: Besonders umstritten ist das Grillieren auf Balkonen. Manche Hausordnungen untersagen das Grillieren ausdrücklich. Auch hier gilt aber: Die Grillfreunde sollten auf ihre Mitbewohner Rücksicht nehmen. Wenn der Rauch oder die Geruchsbelästigung nicht gerade ausufert, erscheint ein striktes Verbot nicht mehr zeitgemäss.

Und was ist die Empfehlung, wenn es doch zu Konflikten beim Zusammenleben kommt? Hier gilt die bewährte Weisheit: «Der Ton macht die Musik.» Wer auf eine gute Art mit seinen Mitmenschen kommuniziert und auf Störquellen hinweist, wird wohl eher ein gutes Einvernehmen und Rücksichtnahme erreichen. Zunächst das direkte Gespräch zu suchen, ist meist der beste Weg. Wenn die Nachbarn dann doch nicht zur Vernunft kommen, kann man sich immer noch an die Verwaltung wenden.

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