Die zweite Ausgabe der Architekturwoche Basel widmet sich unter dem Titel ‹Verborgene Räume: Chancen für die Zukunft› der Transformation und Aktivierung verborgener Räume – denn das Unsichtbare wird nicht auf die gleiche Weise gepflegt wie das Sichtbare. Zum Unsichtbaren gehören vielfältige Netzwerke und Infrastrukturen wie Wasserläufe und Reservoire, die Produktion von Nahrungsmitteln und Energie, unser Abfall, unsere Daten, administrative wie auch soziale Grenzen und nicht zuletzt unsere Geschichte. All dies sind wichtige Parameter, die unsere gegenwärtige und zukünftige Präsenz in Stadt und Land mitbestimmen – denn verborgene Räume bieten Chancen für die Zukunft.

Die AWB’24 bietet an sieben Tagen Ausstellungen und Führungen, Diskussionen und ein Filmprogramm, Präsentationen und einen Pop-up-shop für neue Architekturbücher. Ihr Ziel ist es, die unsichtbaren Kräfte in unserer gebauten Umwelt zu verstehen und sie als Werkzeuge für eine Neuorientierung der Architektur zu nutzen.

Bestehende Gebäude und Strukturen zu verändern und umzunutzen braucht Zeit. Ein Umdenken und ein neuer Blick auf das, was wertvoll ist, sind dabei unabdingbar. In der Schweiz scheint es immer noch einfacher und billiger zu sein, ein Gebäude abzureissen, als mit dem Bestand zu arbeiten. Nachhaltige konzeptionelle Entscheide sind der Schlüssel zur Reduktion der gravierenden Umweltauswirkungen des Bauens. Deshalb braucht es einen Bewusstseinswandel im Umgang mit dem Vorhandenen.

Die AWB’24 will eine soziale und kulturelle Wirkung erzielen. Sie setzt sich für eine neue Zurückhaltung beim Bauen und für ökologische Lösungen ein, um die heutige Unbeweglichkeit der Architektur zu überwinden.

Während der AWB’24 steht ein Parkhaus auf dem Dreispitz-Areal mit seinem unterirdischen Wasserreservoir im Mittelpunkt. Vom 7. bis 13. September werden neben der alltäglichen Nutzung des RESERVOIR räumliche, kulturelle und soziale Interventionen und Installationen erlebbar. Aus 164 Einreichungen wählte die Jury ‹Resonanz› zum Siegerprojekt. Drei Architekten und ein Künstler – Marcel Arndt, Tim Berresheim, Wiebke Schlüter und Wolfgang Zeh – schlagen eine Klanginstallation vor. Dabei wird das Gebäude zu einem Echoraum der Ideen, indem es dem Reservoir und seinen Besuchern zuhört und diese Begegnungen verstärkt. Der sensible Umgang mit dem Bauwerk und das Thema der Transformation durch Klang passen hervorragend in den Kontext der Architekturwoche Basel 2024. Der Open Call und die Intervention mit ihren Rahmenveranstaltungen werden von der Christoph Merian Stiftung unterstützt.

Im Forum wird die Frage nach den Chancen für die Zukunft von verborgenen Räumen vertieft. Rundgänge, Ausstellungen und Diskussionen zu den drei Themen Wasser, Klang und Ernährung zeigen auf vielfältige Weise, wie bestehende Räume neu definiert und genutzt werden können. Die Themen der Mittagsführungen werden an den Abenden in Gesprächen für die interessierte Öffentlichkeit vertieft.

Mit AWB Tours beginnt die AWB’24 am Samstag und Sonntag mit einem vielfältigen Angebot an Besichtigungen, Führungen und Touren durch verborgene Räume. Dazu gehören alte und neue Reservoirs, Produktionsstätten für Trinkwasser, Nahrungsmittel und Energie, unterirdische Tunnels und grenzüberschreitende Wege.

Mit dem Programm AWB Filme eröffnen die Organisator:innen der Zürcher ‹ArchitekturFilmTage› Perspektiven auf die Transformation und Aktivierung von verborgenen Räumen. Die Veränderung und Umnutzung von bestehenden Gebäuden und Strukturen verlangen ein Umdenken und einen neuen Blick auf das, was wertvoll ist.
Das Programm von AWB Bücher bietet Einblicke in neu erschienene Architekturbücher und in das breite Spektrum aktueller Architekturthemen. Die Macher:innen der Kunstbuchmesse ‹I Never Read,› bringen für eine Woche die Architekturbuchwelt nach Basel.

Hintergrund
Basel ist die Architekturhauptstadt der Schweiz. Im Dreiländereck entlang des Rheins wird Architektur konkret entwickelt und gelebt, zahlreiche auch international tätige Architekturbüros haben hier ihren Sitz. Um das in Stadt und Region hohe Potenzial aus Baukultur, Fachkompetenz und Enthusiasmus weiter zu entfalten und sichtbar zu machen, hat die Stiftung Architektur Dialoge eine biennale Plattform für Architektur und Stadtentwicklung initiiert: die Architekturwoche Basel (AWB). Die AWB wird von der Christoph Merian Stiftung unterstützt, von den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft und weiteren Stiftungen wie auch von Firmenpartnern gefördert.

Über Architektur Dialoge
Die Stiftung Architektur Dialoge verfolgt seit ihrer Gründung im Jahr 2006 das Ziel, einem breiten Publikum zeitgenössische Architektur zu vermitteln und den Dialog über Baukultur zu fördern.

Architektur Dialoge
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