Swissbau – Die Bau- und Immobilienwirtschaft befindet sich an einem entscheidenden Übergangspunkt, an dem der Einfluss der Digitalisierung deutlich zunehmen wird. Die Schweiz hat die Herausforderung an der Wurzel gepackt und übernimmt jüngst sogar international eine Führungsrolle im digitalen Planen, Bauen und Betreiben.

Wie auch in allen anderen Wirtschaftsbereichen führt die Digitalisierung zu fundamentalen Veränderungen in der Bau- und Immobilienbranche. Digitalisierung bedeutet Vernetzung und damit datenbasierte Dienstleistungen über den gesamten Life-Cycle eines Bauobjektes mit einem klaren Fokus: Steigerung von Effizienz, Qualität, Transparenz und Nachhaltigkeit. Die Kehrseite der Medaille: erhöhter Preis- und Margendruck, Verdrängung etablierter Geschäftsmodelle und Neuordnung der Wertschöpfungskette!

Die Bau- und Immobilienbranche ist ein mächtiger Wirtschaftsbereich, trug er doch in der Schweiz im Jahr 2016 gut 15 % zum Bruttoinlandprodukt bei. Jedes Land tut also gut daran, die Wettbewerbsfähigkeit dieses längst im globalen Wettbewerb stehenden Wirtschaftsbereiches nachhaltig zu erhalten bzw. zu steigern. Und die Schweiz hat im Vergleich zu vielen umliegenden Ländern eine zusätzliche Herausforderung zu lösen, nämlich die Kleinfragmentierung bzw. die vielen Klein- und Mittelbetriebe (KMU), die in ihren Margen kaum Reserven für Forschung und Entwicklung abgebildet haben.

Dies war einer der wesentlichen Gründe dazu, dass an der Swissbau im Januar 2016 ein neuer Verein «Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland» ins Leben gerufen wurde. Ein Verein, der erstmal und einzigartig die Akteure der gesamten Wertschöpfungskette der Bau- und Immobilienwirtschaft vereinigt. Damit wurde die Basis für ein neues Verständnis der Zusammenarbeit geschaffen: Denn mit der Digitalisierung werden alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette vernetzt und zum integrierenden Bestandteil von durchgängigen Prozessen: Das «Miteinander, statt jeder für sich» und damit die kollaborative Zusammenarbeit rückt in den Vordergrund.

Bald darauf hin wurde die Vision der Cloud-basierten Kollaborations-Plattform «Use Case Management» geboren: Ein virtueller Kollaborationsraum, wo sich die Akteure der gesamten Wertschöpfungskette in der Cloud treffen, Prozesse dokumentieren und Erfahrungen teilen. Geführt durch eine einheitliche Logik und Struktur können die einzelnen Akteure ihre disziplinären Prozesse bzw. Use-Cases in der digitalen Welt abbilden. Die einheitliche Logik und Struktur ermöglicht schlussendlich die Zusammenführung der einzelnen disziplinären Prozesse zu einem multidisziplinären und durchgängigen Gesamtprozess.

An der Swissbau im Januar 2018 wurde das «Use Case Management» erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Bald darauf hin hat die strukturierte Herangehensweise der Schweizer auch im Ausland Interesse geweckt. So unterzeichneten am Schweizer BIM Kongress im November 2018 die buildingSMART Chapter Schweiz, Deutschland, Österreich und Frankreich dazu eine gemeinsame Roadmap und internationale Zusammenarbeit. Und im Oktober 2019 wurde das «Use Case Management» am internationalen Standard Summit in Peking als integrierender Bestandteil der buildingSMART Tools- und Serviceangebote angekündigt.

Das «Use Case Management» wird ab sofort unter der Dachmarke von «buildingSMART International» geführt und wird zukünftig auch direkt in deren Webseite eingebettet sein. Damit wird die Cloud-basierten Kollaborations-Plattform «Use Case Management» zum zentralen Instrument für die ganze Welt: Das ist einzigartig, mit vereinten Kräften entwickelt die globale Community Standards für die digitale Bau- und Immobilienwirtschaft von morgen – powered by «Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland»!

Für weitere Informationen zur «Use Case Management» Plattform: https://ucm.buildingsmart.org/

Autor: Markus Weber, Präsident Bauen digital Schweiz / buildingSMART Switzerland, Stv. CEO Amstein+Walthert AG, Co-Studiengangleiter HSLU «Digital Construction»

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