Der mühsame Weg nach Digitalien – eine Orientierungshilfe

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Der mühsame Weg nach Digitalien – eine Orientierungshilfe

Liest man sich durch die publizierten Informationen, so wird die Digitalisierung üblicherweise wie ein Sonntagsspaziergang bei schönem Wetter beschrieben. Gern würde ich das auch tun. Die Praxis zeigt leider eine andere Situation, nämlich dass die Digitalisierung anstrengend ist. Hier eine kleine Orientierungshilfe.

Wie behalten alle Beteiligten im Umfeld der Digitalisierung die Orientierung? Die Berufsleute sind intensiv gefordert, wenn sie von der Rolle des Benutzers von Anwendungen (Apps) plötzlich die ganz andere Rolle des (Mit-)Entwicklers und -Denkers übernehmen müssen. Ob eine ICT-Lösung wirklich Hand und Fuss hat oder eine inszenierte Täuschung des Kunden ist, lässt sich von aussen kaum feststellen. Rasch stellt sich die Frage, was die Digitalisierung eigentlich ausmacht? Mit dem Risiko von Digitalisierungsprofis als Vereinfacher bezeichnet zu werden, versuche ich es fürs erste trotzdem auf smarte Art.

Das Prinzip der Digitalisierung besteht darin, Resultate von Arbeitsschritten auf dem Computer strukturiert zu verwalten, sodass sie im Rahmen des nächsten Prozessschrittes maschinell weiterverarbeitet werden könnten. Es steht immer offen, die Schritte von Hand auszuführen. Die gewählte Art ist das Resultat des Abwägens und keine Naturkonstante, wie einem oft weisgemacht wird, weil alles voll digital sein müsse. Aus diesem Grund sind Vorlagen (Templates), Entwurfsmuster für Programme (Design Patterns) und Softwarekomponenten als Programmierressourcen essentiell. Und damit die richtigen Ressourcen verwendet bzw. ausgewählt werden können, müssen alle Anstrengungen auf die fachlich korrekte Beschreibung der zu digitalisierenden Prozesse gerichtet werden. Dabei bietet sich die Chance, die Prozesse, wenn nötig, erstmalig zu definieren und sonst zu optimieren. Auch Varianten sind möglich. In den allermeisten Fällen erhalten die digitalen Prozesse Daten als Eingangsgrösse und wandeln diese in Daten von höherem Wert als Ausgangsgrösse um. Daten können mehr oder weniger strukturiert sein. Mit dieser Ausgangslage stellt sich wiederholt die Frage, welche Prozesse aus der realen Welt Potential für die Digitalisierung haben. Was einen logischen Aufbau und Ablauf hat, lässt sich in der Regel digitalisieren. Ob es immer sinnvoll ist, ist eine andere Sache. Aber einfach zu meinen, diese Entwurfsschritte mache der Computer alleine, kommt dem Glauben an blaue Wunder gleich. Auch künstliche Intelligenz (KI) hilft hier kaum. Gerade dort sind äussert streng strukturierte Daten und definierte Prozesse anzutreffen.

An Hand der Prozessdefinitionen lassen sich die Anforderungsbeschreibung ableiten, das Fundament jeder Digitalisierungslösung. Darauf basiert der Entwurf der Anwendung, der die Umsetzung in Programmcode erlaubt. Parallel dazu müssen die notwendigen Dokumente für Entwicklung, Betrieb und spätere Verbesserungen erstellt werden. Einfache und klar definierte Prozesse erlauben die mächtigsten Elemente aus der Werkzeugkiste der Digitalisierung anzuwenden, nämlich Wiederholungsschleifen und fallbedingte Verzweigungen, aus denen Algorithmen aufgebaut werden. Verarbeitet wird dabei wiederholt eine grosse Zahl von Attribut-Wert-Kombinationen, eine immer wiederkehrende Beschreibungsart von Daten. Zum Beispiel: Eröffnungstag Swissbau=“14.1.2020″. Die genaue Beschreibung des Prozessablaufs erlaubt es vorhandene und bewährte Softwarekomponenten einzusetzen und auf innovative Art neu zusammenzusetzen. Ihnen werden über definierte Schnittstellen die notwendigen Daten als Parameter übergeben. Hie und da müssen Kompromisse getroffen werden. Komplizierte und einmalig auftretende Fälle lassen sich weiterhin händisch abwickeln, sind aber ins Modell integriert. Es lohnt sich, die Grundzüge der Digitalisierung kennen zu lernen. Amten auch Sie als digitaler Brückenbauer.

Beitrag und Foto von Urs Wiederkehr
Webseite: https://www.swissbau.ch

 

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