Raum- und Ortsplanung digital statt in Gips

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Raum- und Ortsplanung digital statt in Gips

Auf Basis der Revision des Raumplanungsgesetzes von 2014 müssen sämtliche 2’212 Gemeinden der Schweiz ihre Ortsplanungen revidieren, der Landverschleiss soll gebremst werden. Gescheiterte und vom Volk abgelehnte Projekte zeigen, dass neue Kommunikationswege und Instrumente gefragt sind. Das Luzerner Startup luucy betreibt eine Online-Plattform zur 3D-Visualisierung von Ortsplanungsrevisionen und Arealentwicklungen.

Die 2013 vom Schweizer Stimmvolk angenommene 1. Etappe zur Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG 1) fordert Entwicklung nach innen für alle Gemeinden der Schweiz. Siedlungsentwicklungen nach innen sind schwieriger vor- und darstellbar als „Bauen auf der grünen Wiese“. luucy ist eine neue webbasierte 3D-Plattform, die anhand eines digitalen Ortsmodells die Kommunikation zwischen Behörden, Raumplanern, Arealentwicklern, Architekten und der Bevölkerung vereinfacht. Im 3D-Modell können räumliche Planungsszenarien bildlich dargestellt, mit Informationen angereichert und anschaulich präsentiert werden. Das aufwändige und starre Gipsmodell ist definitiv Geschichte.

Ein digitaler Zwilling der Gemeinde

luucy macht die Ortsplanung für alle Beteiligten greifbar, bequem vom persönlichen Bildschirm aus. Das 3D-Modell erlaubt frei wählbare Perspektiven und Betrachungsdistanzen. So können sich auch Laien visuell und interaktiv über die räumliche Zukunft ihrer Gemeinde informieren, unter Einbezug von Aspekten der Wirtschaftlichkeit, Mobilität und Energie.

„luucy als digitaler Zwilling der Gemeinde erlaubt einen ganz neuen Einbezug der Bevölkerung bei Planungen“, erklärt Urs Nietlispach, Geschäftsführer der luucy ag. „Geländeformen, Bauzonen, Quartiere, Gebäudevolumen, Schattenwurf und neuerdings sogar Bäume lassen sich darstellen.“ Somit macht luucy abstrakte Plandaten und Zahlen nicht nur Fachkundigen, sondern auch der breiten Bevölkerung verständlich – die ja schlussendlich darüber abstimmen wird.

Bei Behörden und Fachleuten im Einsatz

Die Plattform wird bereits von Gemeinden (z.B. Zug, Horw, Schwarzenberg, Goldach) zur Ortsplanungsrevision genutzt, von Arealentwicklern zur Darstellung ihrer Vorhaben, zur Lancierung von Wettbewerben sowie von Architekten für Areal-Datenbezug und Varianten¬ver¬gleichen. Änderungen können ‚on the fly‘, d.h. während einer Besprechung vorgenommen werden. Nebst den geplanten Volumina können auch Nutzungen, wie z.B. Wohnungsspiegel, in allen Varianten dargestellt werden. luucy überzeugt durch seine Plangenauigkeit und vor allem durch seine einfache Zugänglichkeit und Verständlichkeit. Thomas Zemp, Gemeinderat von Horw und Leiter des Baudepartements: „luucy macht die Ortsplanung für die Bevölkerung greifbar. Und es wird eine wichtige Grundlage für den Architekturwettbewerb des Campus-Horw sein. Ich kann mir zudem vorstellen, dass künftig auch Baugesuche direkt im 3D-Modell visualisiert werden.“

Der neueste Release

Seit Oktober 2019 ist eine stark erweiterte Version im Einsatz. Sie hält wiederum einige Weiterentwicklungen bereit, wie z.B. 2-Stunden-Schattendiagramme auf Basis eigener 3D-Modellen oder von bereits in luucy vorhandenen Volumen. Benutzer können ihre Volumen in jedem Arbeitsbereich erstellen und unterschiedliche Ansichten betrachten, ohne dafür eine Lizenz zu erwerben. Bäume können auf einfache Weise platziert und deren Grösse und Ausrichtung beliebig verändert werden. Die Anzeige von Themen lässt sich durch Zeitangaben einschränken, wie dies z.B. bei öffentlichen Planauflagen oder Wettbewerben sinnvoll sein kann. Eine weitere praktische Funktion ist das Ausschalten des Terrains, um etwa unterirdische Projekte sichtbar zu machen.

Bis Ende November finden Sie auf luucy.ch schweizweit über alle Gemeinden die swissBUILDINGS 3D Gebäudemodelle, das swissALTI 3D Geländemodell und das swissIMMAGE Luftbild von swisstopo.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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