Fussball WM 2018: Kein grenzenloser Lärm!

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Fussball WM 2018: Kein grenzenloser Lärm!

Die Fussball WM 2018 in Russland steht vor der Tür, ein Anlass, der die einen mit Freude, andere dagegen mit Sorge erfüllt, weil nächtliche Fussball-Partys, die oftmals über das Spielende hinaus andauern, häufig mit deftigen Lärmimmissionen verbunden sind. Im Zusammenhang mit der WM stellt sich auch die Frage, wie mit dem Aushang von Nationalfahnen an Liegenschaften umzugehen ist.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Eine Fussball-WM ist ein derartiger Grossanlass, dass gerade Anwohnerinnen und Anwohner in der Nähe von „Public-Viewing“-Plätzen im Freien mit Beeinträchtigungen leben müssen, gegen die sich während den von den örtlichen Behörden bewilligten Festzeiten wohl nichts machen lässt. Es bleibt den lärmgeplagten Nachbarn also nichts anderes übrig, als die Beeinträchtigungen mit möglichst grosser Gelassenheit hinzunehmen.

Der Lärm rund um die „Public-Viewing“-Plätze wird auch dazu führen, dass in deren unmittelbaren Nähe nicht pedantisch auf Einhaltung der an sich vor allem während der Nacht geltenden Ruhezeiten (in der Regel von 22.00 Uhr bis 06.00 bzw. 07.00 Uhr) gepocht werden kann. Die nachbarliche Rücksichtnahmepflicht gilt aber auch während der Fussball WM, d.h. es besteht kein Recht darauf, unbegrenzt Lärm zu produzieren. Es gehört sich grundsätzlich nicht, Fernseh- und Musikgeräte ins Freie zu stellen (auf den Balkon oder in den Garten) und auf Hochtouren laufen zu lassen. Auch im Wohnungsinnern sind derartige Geräte auf Zimmerlautstärke einzustellen. Je weiter weg von den öffentlichen Festplätzen private WMFestanlässe durchgeführt werden, desto stärker können Nachbarn auf ihr Recht auf nächtliche Ruhe pochen. Aufgrund des Grossanlasses sollte allerdings auch eine gewisse Toleranz bezüglich der Ruhezeiten gelten; es ist unrealistisch, die Nachtruhezeit bereits ab 22.00 Uhr durchsetzen zu wollen. Laute Musik, Gejohle, Gekreische, Motorengeheul und ständiges Hupen müsste jedoch an sich grundsätzlich nicht hingenommen werden.

Aber Grosszügigkeit und Toleranz können keine Einbahnsache sein. Es ist somit das gute Recht lärmgeplagter Bürger, sich zu wehren, wenn die Grenzen des Erträglichen überschritten werden. Es gibt keinen Rechtsanspruch darauf, die Korken einmal so richtig knallen zu lassen, wenn dabei berechtigte Interessen der Nachbarn grob verletzt werden. Wichtig ist stets, dass ein gutnachbarliches Gespräch gesucht und nicht gleich zum Telefonhörer gegriffen wird, um die Polizei herbei zu rufen.

Das Aufhängen von Nationalfahnen während der Dauer der WM dürfte in aller Regel problemlos sein. Da es sich bei Nationalfahnen nicht um Reklame handelt, ist deren Aushang nicht baubewilligungspflichtig. Mieter und Stockwerkeigentümer müssen sich allerdings bewusst sein, dass die Aussenfläche einer Liegenschaft (Hausfassade, Balkonaussenbrüstung) im Gegensatz zum Innenbereich eines Balkons nicht zur Mietsache bzw. nicht zum Sonderrecht gehören und in diesem Bereich für den Aushang von Fahnen an sich eine Bewilligung des Vermieters / der Stockwerkeigentümergemeinschaft notwendig wäre. Aufgrund der beschränkten Dauer der WM ist allerdings zu empfehlen, den Aushang von Nationalfahnen zu tolerieren, sofern dadurch nicht der Sichtbereich der unterliegenden Mieter / Eigentümer über Gebühr beeinträchtigt wird. Es kann allerdings erwartet werden, dass die Fahnen nach Abschluss der WM wieder entfernt werden.

Webseite: www.hev-schweiz.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2018-07-17T15:35:18+00:00 Kategorien: Baunews|Tags: , , , |