Der Gasverbrauch in der Schweiz ging seit Anfang Jahr um über ein Drittel zurück. Im
Oktober waren es gar fast 40 Prozent. Allerdings war der Oktober sehr mild, und die
Heizperiode setzte später ein. Auch wenn sich die Situation etwas entspannt hat, ist es
weiterhin wichtig, Gas einzusparen.
Das Bundesamt für Energie (BFE) hat ein Dashboard aufgeschaltet mit den wichtigsten
Kennzahlen zur aktuellen Energieversorgungssituation der Schweiz
(energiedashboard.admin.ch). Das Dashboard bietet auch für die Gasversorgung einen guten
Überblich zu aktuellen Daten wie den Nettoimport, die Füllstände der Gasspeicher in der EU
und die Entwicklung der Gaspreise. Dargestellt sind auch die Sparziele sowie der
Temperaturverlauf, der für den Gasverbrauch eine wichtige Rolle spielt. Positiv hervorzuheben
ist, dass das Energiedashboard nicht nur aktuelle, sondern auch historische Daten zeigt und so
die wichtigsten Entwicklungstrends sichtbar werden. Um die Datenlage noch weiter zu
verbessern, arbeitet das BFE eng mit der Gaswirtschaft zusammen.
Beim Gasverbrauch in der Schweiz zeichnet sich seit Anfang dieses Jahres eine erfreuliche
Entwicklung ab: Der Gasverbrauch ging von Januar bis Ende Oktober um fast 35 Prozent
zurück im Vergleich mit dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. «Die Sparbemühungen
greifen», sagt Daniela Decurtins, Direktorin des Verbandes der Schweizerischen Gasindustrie
VSG. Vor allem die Industrie hat erfolgreich Sparmassnahmen umgesetzt und so den
Verbrauch gesenkt. Da die Heizperiode im Herbst aufgrund des milden Winters spät einsetzte,
wurde auch weniger Gas für die Wärmeerzeugung benötigt.
«Auch wenn sich die Situation etwas entspannt hat, besteht nach wie vor das Risiko, dass es im
Winter zu einer Gasmangellage kommt», sagt Daniela Decurtins. Dies hängt von verschiedenen
Faktoren ab. Wenn der Winter sehr kalt wird, steigt auch der Gasverbrauch wieder an. Ein
weiterer kritischer Faktor ist, wieviel Gas in Europa für die Stromproduktion verwendet werden
muss. Das hängt unter anderem davon ab, wann die zahlreichen noch in Revision befindlichen
französischen Kernkraftwerke wieder ans Netz gehen. Wieviel Gas in Europa zur Verfügung
steht, hängt auch von der Wirtschaftsentwicklung in Asien ab, insbesondere in China. Wenn
dort die Konjunktur wieder anspringt, steigt entsprechend die Nachfrage nach verflüssigtem
Erdgas (LNG). Zudem bestehen grosse Herausforderungen in Europa, die Gasversorgung für
den Winter 2023/24 sicherzustellen. Ziel ist, dass die Speicher in diesem Winter nicht geleert
werden. «Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass weiterhin Gas eingespart wird», sagt Daniela
Decurtins. Die Schweizer Gaswirtschaft unterstützt die Bestrebungen des Bundes, Energie zu
sparen und zeigt auf der neu lancierten Webseite heizen-aber-richtig.ch, wie Konsumentinnen
und Konsumenten beim Heizen Gas sparen können. In kurzen Videosequenzen werden hier
praktische Tipps vermittelt, wie man konkret vorgehen muss.

Webseite: https://gazenergie.ch/de/