Die Baubranche auf dem Weg in die Digitale Zukunft

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Die Baubranche auf dem Weg in die Digitale Zukunft

Swissbau – Die Digitalisierung der Baubranche ist kein Trend mehr. Sie ist Tatsache. Auf welcher Stufe der Transformation sich die Schweiz befindet und wie Veränderung gestaltet werden sollte, erklärt Alar Jost, Head of BIM bei Implenia. Lesen Sie im Interview seine Ansichten und warum der BIM-Kongress 2018 keine Theorieveranstaltung ist.

Herr Jost, findet die digitale Transformation in der Schweizer Baubranche tatsächlich statt?
Definitiv, wir sind auf dem Weg. Das sieht man schon daran, dass grosse Besteller wie zum Beispiel die SBB weiter gehen, als BIM nur als Planungs- oder Ausführungsleistung einzufordern. Die SBB stellt das virtuelle Gebäudemodell ins Zentrum der Lebenszyklusbetrachtung und organisiert die Prozesse entsprechend. An solchen Entwicklungen orientieren sich die Beteiligten im Markt und bieten erweiterte Dienstleistungen und neue Datenprodukte an.

Auf dem Weg hört sich einschränkend an?
Es ist eine Transformation, welche die Branche gemeinsam angeht. Es ist wichtig, dass es die Möglichkeit gibt, unterschiedlich schnell voranzugehen. Bauen Digital Schweiz hat mit dem «Stufenplan» skizziert, wie sich der digitale Wandel entlang von vier Stufen entwickeln wird. Stufe 1, sprich modellbasierte Planung und konventionelle Kollaboration, hat die Branche hinter sich gelassen. Wir sind auf jeden Fall auf Stufe 2, auf der modellbasierte Zusammenarbeit stattfindet. Stufe 3 steht für integrierte, automatisierte und modellbasierte Kooperation. Da sind erste Schritte erfolgt. Um auf Stufe 4 zu gelangen, die im Sinne von Industrie 4.0 die grössten Potenziale birgt, reicht es nicht, dass wir als Branche Veränderungen in der Arbeitsweise herbeiführen, erst die Entwicklung der entsprechenden Geschäftsmodelle wird hier den Durchbruch bringen.

Transformation ist nicht linear, BIM selbst noch in der Entwicklung. Wie geht ein Unternehmen mit dem permanenten Anpassungsbedarf am besten um?
Wichtig ist, dass man sich bewusst ist, dass die Veränderung permanent ist. Technologien und Herangehensweisen überholen sich. Bestehende Ansätze müssen teilweise wieder neu definiert werden. Um dies in den Geschäftsalltag zu integrieren, arbeitet die BIM Entwicklung von Implenia sehr eng mit den operativen Einheiten und IT zusammen. Während das BIM Team die «technologische Exzellenz» antizipiert und vorantreibt, fliesst über den konkreten Einsatz in realen Projekten das Feedback zu Einsatzfähigkeit und Verbesserungspotentialen in die Entwicklung zurück. So verbessern wir unsere Arbeitsweise kontinuierlich.

BIM stützt sich auf die Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette. Ist es realistisch, alle Interessen unter einen Hut zu bringen?
Ja, durchaus. Nehmen wir den Stufenplan von Bauen Digital Schweiz als Referenz. Die Branche verfügt über das Wissen und die Technologie die modellbasierte Kollaboration durchgängig anbieten zu können, was der Stufe 2 entspricht. Die Grundlage dafür ist, dass wir offene Datenformate wie IFC verwenden, mit denen jeder arbeiten kann.

Worauf es aber in Zukunft ankommt, ist eine einheitliche Datenplattform. Für diesen Schritt, die Stufe 3, fehlt es noch an der richtigen Basis auf der die Prozesse zwischen den Beteiligten automatisiert werden zu können.

Welche Praxiserfahrungen macht Implenia mit BIM?
BIM sorgt für ein besseres Projektverständnis und erhöht die Transparenz in den Prozessen. Darüber hinaus steigert die Methode die Kosten- und Terminsicherheit. Wir stellen auch fest, dass BIM weder eine Sparten- noch eine Frage der Projektgrösse ist. Anders gesagt, es kommt nicht darauf an, ob es um Hoch- oder Tiefbau geht. Ausschlaggebend ist, dass der Nutzen von BIM für das Projekt erkannt wurde und dass das richtige Team zusammenarbeitet.

Dem Thema BIM wird zum dritten Mal ein ganzer Kongress gewidmet. Was erwartet die Teilnehmer?
BIM ist in der Bauwirtschaft angekommen. Es geht am Kongress nicht mehr darum, was BIM ist. Viel mehr: Welche neuen Innovationen erwarten uns? Wie gestalten wir die Rahmenbedingungen, um den digitalen Wandel in der Breite zu bringen? Wie arbeiten erfolgreiche Unternehmen und wie verändern sich die Geschäftsmodelle? Das sind die Themen des Symposiums am ersten Tag. Wir müssen aber keine Grundlagen mehr diskutieren. Dadurch werden die Antworten, die man erhält, konkret.

Geht es auch um praktische Aspekte?
Auf jeden Fall. Im BIM Camp am zweiten Tag geht es um die Anwendung von BIM. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können aus drei parallelen Sessions auswählen. Wer einen BIM Workflow live erleben will, sollte am «Best Practice» teilnehmen. Wer mehr über spezifische Schweizer Eigenheiten wissen möchte, kann im «Swiss BIM Learnings» mitdiskutieren. Und wer sein technologisches Wissen auf den neuesten Stand bringen will, ist bei den Vorträgen von «Products & Solutions» genau richtig. Da man nicht an alle drei Sessions gehen kann, lohnt es sich, mindestens zu dritt zu kommen. Danach ist jedes Unternehmen wieder auf dem aktuellsten Stand, was BIM betrifft.

www.swissbau.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2018-05-04T13:18:02+00:00 Kategorien: Baunews|Tags: , , |