Im Wald wächst Wärme, und Strom!

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Im Wald wächst Wärme, und Strom!

Holzenergie war während Jahrtausenden die wichtigste Energiequelle der Menschheit und wurde erst mit dem Einsetzen des „Erdölzeitalters“ nach dem Zweiten Weltkrieg in den Hintergrund gedrängt. Dank des zunehmenden Bewusstseins für Belange der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes gewinnt die Holzenergie wieder stark an Bedeutung – und zwar nicht nur als Wärmequelle, sondern auch als Stromproduzent.

2015 lag der Endenergieverbrauch der Schweiz bei 233 Terawattstunden (TWh). Davon entfielen 25% auf Elektrizität, 34.7% auf Erdöltreibstoffe, 16% auf Erdölbrennstoffe und 13.5% auf Erdgas. Die restlichen 10.8% werden von anderen Energieträgern, wie Sonne, Umwelt- und Abwärme oder eben Holz. Die Energieversorgung unseres Landes ist stark vom Ausland und von nicht erneuerbaren Energien abhängig. Über 75% der verbrauchten Energie stammt aus dem Ausland. Holz ist, nach der Wasserkraft, die zweitwichtigste erneuerbare Energie unseres Landes und hat im Jahr 2016 am Wärmemarkt erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder einen Anteil von mehr als 10% erreicht, wo es hinter Heizöl und Erdgas die Nummer 3 ist.

Wärme und Strom

Ende 2015 waren in der Schweiz – vom kleinen Zimmerofen bis zum grossen Holzkraftwerk – insgesamt 594‘264 Holzheizungen in Betrieb, welche insgesamt 4.9 Millionen Kubikmeter Holz pro Jahr nutzen. 594‘241 Anlagen erzeugen Wärme, 23 Anlagen sind sogenannte „Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen und erzeugen sowohl Wärme als auch Strom. Und der Strom wird in Zukunft gegenüber der Wärme zweifellos an Bedeutung gewinnen. Dies aus verschiedenen Gründen:

  • Bessere Gebäudehüllen
    1975 benötigte ein neues Wohngebäude im Durchschnitt über 22 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr, bei einem Minergie-P-Haus liegt der entsprechende Wert heute bei 3 Litern.
  • Klimaveränderung
    Allein zwischen 1980 und heute hat sich die durchschnittliche Temperatur in der Schweiz um über 1°C erhöht, und die Anzahl der Heizgradtage ist um fast 10% zurückgegangen. Dadurch muss weniger geheizt, dafür aber mehr gekühlt werden.
  • Energiepolitik
    Am 21. Mai 2017 sagte das Schweizer Volk Ja zur Energiestrategie 2050 und damit Ja zu einem schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie. Diese deckt heute rund 40% unseres Strombedarfs, welche in Zukunft von erneuerbaren Energien erzeugt werden müssen.

Bewährte Technologien

Die gesamte elektrische Leistung der 23 Anlagen ist mit knapp 55‘000 kW zwar noch recht bescheiden und entspricht nur gerade etwa 1/25 der elektrischen Leistung des Kernkraftwerks Leibstadt. Doch viel wichtiger als der aktuelle Anteil ist der Umstand, dass die verschiedenen Technologien zur Wärme-Kraft-Kopplung aus Holz mittlerweile aus dem Stadium von Pilot- und Demonstrationsanlagen herausgetreten sind und Marktreife erlangt haben. Im grossen Leistungsbereich findet sich die Technologie der Dampfturbine in den grossen Holzkraftwerken von Domat/Ems, Basel, Bern und Zürich Aubrugg sowie in den beiden Altholzanlagen von Weiningen und Otelfingen. Im mittleren Leistungsbereich dominieren die ORC-Anlagen („Organic Rankine Cycle“), bei welchen anstelle von Wasser ein Thermoöl verdampft wird. Und im kleinen Leistungsbereich stehen heute Holzvergaser im Einsatz, welche auf Anhieb 7‘000 Jahresbetriebsstunden erreichten und welche gegenüber den anderen Technologien auch die höchsten elektrischen Wirkungsgrade aufweisen (bis 25%). Die Produktion von Wärme und Strom aus Holz ist in der Regel nur dann wirtschaftlich tragbar, wenn man für den erzeugten Strom die kostendeckende Einspeisevergütung KEV erhält. Leider bestehen hier lange Wartelisten, und 2017 können keine Gesuche mehr angemeldet werden.

Potenzial erst zu zwei Dritteln ausgeschöpft.

Im Schweizer Wald wachsen jedes Jahr 10 Millionen Kubikmeter Holz nach. Die heutige jährliche Energieholznutzung beträgt 4.9 Millionen Kubikmeter. Das wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Energieholzpotenzial lässt sich auf etwa 7.5 Millionen Kubikmeter pro Jahr abschätzen. Somit nutzen wir heute erst zwei Drittel des Energieholzpotenzials. Es hat also im Schweizer Wald noch genügend Holz für weitere Anlagen.

Kontakt: info@holzenergie.ch
Webseite: www.holzenergie.ch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2018-03-12T13:47:51+00:00 Kategorien: Baunews-Archiv|Tags: , , , , |