Denkansätze für die Büroraumgestaltung

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Denkansätze für die Büroraumgestaltung

Der Arbeitsalltag ist geprägt vom Wechsel zwischen «kollaborativ/kommunikativ» und «individuell/fokussiert». Um dem gerecht zu werden, braucht es die richtigen Denkansätze bei der Planung von Büroräumen. Wirtschaftlich ebenfalls relevant für Gebäudenutzer: der Einfluss der Raumumgebung auf die Gesundheit.

Büroräume sind für Mitarbeitende ein sehr emotionales Thema. Dies liegt unter anderem daran, dass die Arbeitsumgebung direkt erlebbar ist und die Mehrheit ihre Arbeitszeit in einem Gebäude verbringt. Entsprechend gross ist der Einfluss der Planungsphase auf das Wohlbefinden der Gebäudenutzer.

Das richtige Büro gibt es nicht

Bei der Gestaltung von Bürogebäuden und -räumlichkeiten gibt es keine Pauschallösung. Sie sind so zu gestalten, dass Organisation, Tätigkeiten, Prozesse und Kultur eines Unternehmens optimal berücksichtigt sind. In einem ersten Schritt sollte daher die Ausgangssituation beschrieben und alle relevanten Informationen zusammengefasst werden. Danach folgt das Arbeitsplatzkonzept, das die individuellen Arbeitsplätze hinsichtlich Funktionalität und Ergonomie beschreibt. Im Raumfunktionskonzept werden die unterschiedlichen Funktionsbereiche, die Arbeitsplatzanordnung als auch die Umgebungsgestaltung definiert. Abschliessend wird im Bürokonzept die Büroraum- und Organisationsform festgelegt, um eine produktive Umsetzung der Arbeitsaufgaben zu gewährleisten.

Gesamtkonzept entscheidend

Der beschriebene Prozess ist nicht linear, sondern iterativ und die einzelnen Planungsebenen eng miteinander verknüpft. Dies zeigt sich besonders gut, wenn man die in untenstehender Abbildung aufgeführten Faktoren betrachtet, die sich auf das Wohlbefinden und damit die Gesundheit der Mitarbeitenden auswirken.

Die explizite Berücksichtigung des Einflusses der Büroraumgestaltung auf die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden wird in der Planung oft nicht berücksichtigt. Physisch-ergonomischen Aspekte und vor allem wirtschaftliche Faktoren sowie Flexibilität für sich wandelnde Arbeitsweisen stehen im Vordergrund. Entsprechend haben sich offene Grossraumbüros mit non-territorialen Arbeitsplatzkonzepten etabliert. Was grundsätzlich nicht negativ ist, denn nicht die einzelnen Büroraumtypen wirken sich auf die Gesundheit aus. Vielmehr sind es Unterbrechungen, Störungen und Ablenkungen, die durch das Bürolayout begünstigt werden können.

Daher sind funktional differenzierte Flächen besonders bedeutsam für gesundheitsgerechte Bürokonzepte. Dazu gehören neben den einzelnen Arbeitsplätzen, Sitzungszimmern und Gemeinschaftsräumen auch Ruhe- und Regenerationsräume. Doch obwohl der Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist, fehlt den kurzen Schlafpausen die soziale Akzeptenz im Arbeitsumfeld. Entsprechend finden sich in der Praxis nur wenige Unternehmen, die solche Räume anbieten.

Raumbezogene Kompetenzen aufbauen

Das zur Verfügung stellen der richtigen Räumlichkeiten und Umgebungen führt aber noch nicht automatisch zu mehr Produktivität, Engagement oder besserer Gesundheit der Mitarbeitenden. Denn ungewohnte Raumkonzepte erfordern neue individuelle Verhaltensweisen und Kompetenzen. Beides sollte durch ein entsprechendes Workplace Change Management etabliert werden.

Für Planer, aber auch Projektleiter, Führungskräfte oder Change Manager bietet der Leitfaden «Gesundheitsförderliche Büroräume und Workplace Change Management» spezifische Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von Büroräumlichkeiten. Dieser wurde von Gesundheitsförderung Schweiz in Zusammenarbeit mit der Kommission für Technologie und Innovation (KTI), verschiedenen Hochschulen und Unternehmen herausgegeben.

Link: https://www.swissbau.ch/de-CH/aktuell/blog/2017/09/von-kuechenformen-und-rollenbildern.aspx

Webseite: www.swissbau.ch
Bilquelle: Swissbau

2018-02-12T17:01:53+00:00 Kategorien: Inneneinrichtung|Tags: , |