Gemüse veredelt

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Gemüse veredelt

Frisches Gemüse ist was Feines! Vor allem dann, wenn es aus dem eigenen Garten kommt. Wer die Möglichkeit hat, Gemüse selbst anzubauen, sei es im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse, der sollte darauf nicht verzichten. Der Anbau von veredeltem Gemüse macht noch viel mehr Spass, denn er bringt
klare Vorteile mit sich: kraftvolles Wachstum, deutlicher Mehrertrag, grössere Früchte und eine bessere Qualität. Profigärtner sind seit langem begeistert vom Anbau von veredeltem Gemüse. Mit dem folgenden Artikel möchten wir Sie begeistern, in Ihrem Garten veredeltes Gemüse selber anzupflanzen.

Definition Gemüseveredelung
Bei einer Gemüseveredelung wird eine robuste Unterlagenpflanze (Wurzelteil) mit einer edlen Gemüsesorte, auch Edelreis genannt, verbunden.
Die Unterlagenpflanze weist Eigenschaften auf wie starkes Wurzelwerk, kraftvolles Wachstum und Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Schädlinge.
Die Gemüse-Edelsorte ist eine ertrags- und geschmacksstarke Pflanze. Veredeltes Gemüse hat die Vorteile, dass es eine höhere Widerstandsfähigkeit sowie eine breitere Resistenzeigenschaft aufweist. Es ist auch weniger empfindlich gegen Kälte und Hitze. Wenn der Platz im hauseigenen Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse begrenzt ist, bieten veredelte Gemüsesorten dem Hobbygärtner genau das Richtige: mehr Erträge auf gleichem Raum und auf längere Zeit, schnelleres und besseres Wachstum und grössere Früchte mit besserer Fruchtqualität.

Welche Gemüse können veredelt werden?
Im Bereich Gemüseanbau werden am häufigsten Tomaten und Gurken veredelt. Es können aber auch Auberginen, Kürbisse, Peperoni, Peperoncini und Melonen veredelt werden. Eine Gemüseveredelung funktioniert nur, wenn eine Verwandtschaft der beiden Pflanzen (Unterlage und Edelsorte) gegeben ist. Auf Tomaten als Unterlage werden neben Tomaten auch Auberginen, Peperoni und Peperoncini veredelt. Alle vier Gemüsearten gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Zucker-, Wassermelonen und Gurken werden auf Kürbissen veredelt. Alle drei Gemüse-Arten gehören zur Familie der Kürbisgewächse.

Gemüse selber veredeln – eine kurze Anleitung
Veredelte Gemüse-Setzlinge sind in den Hauenstein Gartencentern erhältlich. Sie können auch selber versuchen, mit der sogenannten Kopfveredelung Gemüse zu veredeln. Um Gemüse veredeln zu können braucht es eine Unterlage (Wurzelteil) und die Pflanze (Edelsorte), die aufgesetzt wird. Je nach Wachstum kann man die beiden Pflanzen gleichzeitig aussäen. Wächst eine Pflanze schneller, muss diese später ausgesät werden. Nach rund zwei Wochen kann man mit der Veredelung beginnen. Dazu werden beide Pflanzenteile am Stängel zu zwei Dritteln eingeritzt und zwar so, dass man sie zusammenstecken kann. Der Schnitt muss also entgegengesetzt erfolgen. Die Schnittstelle wird dann mit einer Klammer (z.B. Wäscheklammer) oder einem Band fixiert, damit die Pflanzen gut zusammenwachsen können. Idealerweise gibt man danach eine durchsichtige Plastiktüte über die Pflanze, damit die Luftfeuchtigkeit hoch bleibt. Ein Gewächshaus hat den gleichen Effekt. Die veredelte Pflanze sollte immer schön feucht gehalten werden. Rund eine Woche später kann man die Fixierung entfernen. Die überflüssigen Pflanzenteile, also von der Unterlage das Oberteil, kann man abschneiden. Dann wird der veredelte Setzling draussen im Gemüsebeet ausgepflanzt.

TomTato und Tomoffel
Kreativität ist auch bei der Veredelung von Gemüse grenzenlos. So hat ein niederländischer Pflanzenbetrieb eine Pflanze über natürliche Züchtung und Veredelung entwickelt, die sogenannte TomTato (englisch von tomato und potatoe). Dieses Gemüse produziert sowohl Kartoffeln als auch Tomaten. Über der Erde ernten Sie Cherrytomaten mit einem sehr guten Geschmack. In der Erde wächst eine grosse Anzahl feiner Kartoffeln. Die Veredelung ist nicht nur Spielerei, sondern sagt auch einiges aus über die nahen, verwandtschaftlichen und natürlichen Verhältnisse der Kartoffel und Tomate. Beide gehören zur Familie der Nachtschattengewächse. Ansonsten wäre die Entwicklung von TomTato nicht möglich.
In der Schweiz erzeugt der Botanische Garten St. Gallen schon seit rund 40 Jahren jährlich Tomoffeln (von Tomate und Kartoffel), also die gleiche Pflanze wie die TomTato. TomTato respektive Tomoffel sind ideale Pflanzen für den Hobbygärtner, der sein eigenes Gemüse auf wenig Platz produzieren möchte. Um einen grösstmöglichen Ertrag zu erhalten, kultiviert man das Gemüse am idealsten im Freiland, in einem grossen Pflanzgefäss von mindestens 40 bis 50 Liter Inhalt oder in einem Hochbeet.

Kontakt: info@hauenstein-rafz.ch
Webseite: www.hauenstein-rafz.ch

2018-06-18T16:51:33+00:00 Kategorien: Garten|Tags: , , , , |